Freitag, 11. April 2014

Fruchtig-Exotisches für den Tierfreitag: Mango-Karotten-Salat



Endlich habe ich es geschafft, auch einen ersten Beitrag zu Katharina Seisers Projekt "Tierfreitag" zu liefern! Was es damit auf sich hat, das kann der interessierte Leser  hier nachsehen; alles Kluge ist dazu an dieser Stelle gesagt.
Ich muss gestehen, dass es für mich eine echte Herausforderung war. Zwar esse ich oft und gerne fleischlos, doch versteckt sich in den von mir zubereiteten vegetarischen Gerichten meist irgendetwas vom Tier - ob es nun Eier oder Milchprodukte sind. Käse esse ich zum Beispiel für mein Leben gerne, und ohne meinen geliebten Parmigiano Reggiano ist für mich auch das vegetarischste Pastagericht unvollständig.
Auch bei Salaten schmuggelt sich bei mir oft etwas Tierisches zwischen die Blätter, ob es nun ein gekochtes Ei, Mozzarella-Kugeln, Feta-Würfel oder gebratene Speckstückchen sind. In gebundenen Gemüsesuppen verirrt sich meist ein Klecks Crème fraîche (und was bin ich selig, wenn ich die in Rom auftreibe) oder etwas Sahne, und Mascarpone peppt so manchen Sugo auf. Und wie soll ich eine Gemüse-Quiche ohne Milchprodukte und auch Eier zubereiten? Sicher gibt es dafür Rezepte und Kniffe, und vielleicht können mir die anderen Beiträge, die für dieses Projekt erstellt werden, Anregungen liefern. Trotzdem: Auf Dauer möchte ich nicht auf tierische Produkte verzichten, dabei aber aufmerksamer werden, was Herkunft oder auch Produktion betrifft.
Dafür liefert dieses Projekt Denkanstösse.
Den folgenden Salat habe ich in einer Zeitschrift gefunden, und die Kombination von Mango und Karotten gefiel mir auf Anhieb. Ich liebe dieses Zusammenspiel von Frucht und Gemüse in einem pikanten Salat, wie auch hier bei einem meiner Lieblingssalate, dem Avocado-Kichererbsen Salat, der auch zum Thema passen würde, wenn da nicht der Honig, und damit etwas vom Tier, in der Vinaigrette wäre. Es ist also wirklich eine Herausforderung!






Zutaten (für 2-3 Personen)


  • 1 Mango
  • 200 g Karotten
  • 1 Bund Radieschen (ca. 10 Stück)
  • 1 nussgroßes Stück Ingwer
  • 40 g Erdnüsse
  • 1 El frisch gepresster Zitronensaft
  • 3 El frisch gepresster Orangensaft
  • 3 El Sonnenblumenöl
  • 1 El Sesamöl (geröstetes)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Minzblättchen (im Original: Perilla)


Die Mango schälen und in Spalten schneiden. Die Karotten putzen und mit dem Sparschäler in feine Streifen schneiden. Radieschen hobeln und Erdnüsse grob hacken.
Zitronen- und Orangensaft mit den Ölen und dem geriebenen Ingwer zusammen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Mangospalten, Karottenstreifen und Radieschen auf einem Teller anrichten und mit der Vinaigrette begießen.
Mit den gehackten Erdnüssen bestreuen und mit ein paar Minzblättchen  belegen.




Rezeptquelle: Beilage "D" la Repubblica, vom 5. April 2014



tierfreitag



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Mittwoch, 9. April 2014

Nur am Abend und nur zu zweit: Gebratene Auberginenscheiben in Parmesankruste mit Tsatsiki



Tsatsiki gehört zu jenen kleinen "Snacks", die ich mir gerade in der heißen Zeit oft als Mittagessen zubereite. Möglichst, wenn ich danach nicht mehr unter Menschen gehen muss, denn eine Knoblauchfahne zu haben, ist in Italien eher tabu, das könnte ja an der "Bella figura" kratzen! Und ehrlich gesagt, ich habe das auch noch nie an jemanden hier gerochen - trotz Spaghetti aglio, olio e peperoncino! Hier geht man in Maßen mit Knoblauch um, und oft wird eine ganze Zehe in einem Sugo als Aromageber mitgekocht, dann aber vor dem Servieren wieder entfernt. Auch ein Pesto alla Genovese sollte niemals von Knoblauch erschlagen werden. Mir wird manchmal ganz schwindelig, wenn ich deutschsprachige Rezepte dazu lese, in denen es vor Knoblauch nur so wimmelt; das ist einfach nicht mehr authentisch. Wir wollen doch den feinen Basilikum schmecken! Natürlich gibt es Ausnahmen, und im Süden das Landes verwendet man die Knolle etwas öfters.
Selbst jüngst in Athen habe ich in den Gerichten nur wenig Knoblauch erschmeckt. Ich glaube ganz einfach, dass man damit nördlich der Alpen ein wenig übertreibt, um damit vielen Gerichten einen möglichst mediterranen Touch zu geben. An den "Original-Schauplätzen" wird da viel maßvoller mit der Knolle hantiert.
Soweit die ernste Theorie! Jetzt mein heimliches Laster: Ich liebe Knoblauch!
Leider kann ich es nicht so oft ausleben (siehe oben), aber bei folgendem Gericht habe ich mit Genuss meine Knoblauchzehe in den Joghurt gepresst - und dann genossen! Danach duftet man herrlich! Aber am späten Abend, zusammen mit meinem Mann - wem könnten wir danach olfaktorisch noch auf die Geruchsnerven gehen?
Kleine Auberginenschnitzelchen ergänzten das Tsatsiki perfekt, und wir hatten ein wunderbares vegetarisches Abendessen, das schon nach Sommer schmeckte. Und ich behaupte mal, dass die Parmesankruste selbst notorische Auberginenhasser noch bekehren könnte.




Zutaten (für 2 Personen)


  • 1 Aubergine
  • 1-2 El Mehl
  • 30 g Semmelbrösel
  • 50 g geriebener Parmigiano Reggiano
  • 1 El gehackte Petersilie
  • 1 Ei
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine



  • 300 g griechischer Joghurt
  • 1 kleine Salatgurke
  • ein paar Minzblätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

  • ein paar Oliven (hier Taggiasche, besser noch griechische Kalamata)


Die Aubergine in Scheiben schneiden, in ein Sieb legen und mit Salz bestreuen. Eine halbe Stunde ruhen lassen, dann abspülen und gut trockentupfen. Die Scheiben leicht pfeffern und bemehlen. Dann in verkleppertes Ei tauche und mit einer Mischung aus Semmelbrösel, geriebenen Parmigiano und gehackter Petersilie panieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Scheiben darin portionsweise braten.





Die Salatgurke schälen und auf einer groben Reibe in eine Schüssel raspeln. Mit etwas Salz bestreuen und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Den Joghurt mit Salz, Pfeffer, gepresster Knoblauchzehe und in feine Streifen geschnittene Minze verrühren. Die Gurkenraspel gut ausdrücken, sie verlieren durch das Salz viel Wasser, und mit dem Joghurt vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.



 Die Auberginenscheiben zusammen mit dem Tsatsiki und ein paar Oliven anrichten.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 7. April 2014

Hier ist eiserne Disziplin gefordert: Marzipan-Eierlikör-Gugls



Für den ersten Kaffee des Jahres auf der Terrasse musste spontan etwas Süßes her! Wenn es dann noch möglichst schnell gehen soll, bieten sich immer Minigugls an, wie ich finde. Nachdem ich also den gröbsten römischen Schmutz, der sich auf Terrasse und Möbel angesammelt hatte, mühsam weggeputzt hatte, reichte meine Energie gerade noch dazu aus, den Teig für Minigugls zusammenzurühren.
Das Ergebnis waren dann diese feinen Gugls, die in ihrer Zusammensetzung - Marzipan, Mandeln und Eierlikör - auch perfekt für eine österliche Kaffeetafel sind. Unglaublich saftig sind sie, und man muss sich wirklich beherrschen, nicht alle auf einmal wegzunaschen!
Das Rezept habe ich dem kleinen Bändchen "Feine Gugl" entnommen, aus dem ich schon die Apfel-Zitronen-Minigugls nachgebacken hatte. Dieses Mal aber habe ich größere Förmchen gewählt und die im Buch angegebene Menge verdoppelt.





Zutaten (für 15 Minigugls)


  • 70 g gemahlene Mandeln
  • 1 Zitrone (Abrieb)
  • 60 g Marzipanrohmasse
  • 200 g Butter + 1 El Butter
  • 50 g Puderzucker (gesiebt) + 1 El Puderzucker + Puderzucker für zum Bestäuben
  • 4 Eier
  • 50 g Mehl (gesiebt)
  • 100 ml Eierlikör


Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Ungefähr 25 g gemahlene Mandeln mit einem El Puderzucker und einem El Butter in einer Pfanne hellbraun karamellisieren und zur Seite stellen.
Die Butter mit dem Marzipan langsam schmelzen und dann den Puderzucker unterrühren.
Die Eier verquirlen, die restlichen Mandeln, Zitronenabrieb und Mehl unterrühren, dann die Butter-Marzipan- Masse unterrühren, den Eierlikör hinzufügen und weiter rühren. Zum Schluss die karamellisierten Mandeln untermischen.
Den Teig in den Guglförmchen aus Silikon verteilen (andere Förmchen müssen vorher mit Butter ausgestrichen werden).
Die Gugls ungefähr 22 bis 25 Minuten backen.
Abgekühlt mit etwas Puderzucker bestäuben.





Rezeptquelle: Chalwa Heigl, Feine Gugl, Südwest-Verlag, München 2013




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 4. April 2014

A modo mio - auf meine Art: Involtini alla Siciliana



Nach der guten griechischen Küche, die wir in den vergangenen Tagen in Athen genießen durften, steht nun wieder Italienisches auf dem Speiseplan. Es ist kaum zu glauben, aber nach ein paar Tagen im "Ausland" fehlt mir vor allem die Pasta; da bin ich wohl schon durch und durch "Italienerin"! So gab es auch zu Hause gleich einen Teller Spaghetti nach unserer Ankunft in Rom.
"Du könntest mal wieder Caponata machen", meinte neulich mein Mann, der besonders die sizilianische Küche sehr schätzt. Ich habe mich aber für Involtini - die kleinen, feinen Rouladen - entschieden, die ich mit Aromen versehen habe, die typisch sizilianisch sind und auch ein wenig an das süßsaure Gemüse erinnern: Oliven, Rosinen, Zucchini, Pinien...
Essig und Zucker kommen hier allerdings nicht zum Einsatz, dafür aber schmoren die Involtini in dem berühmten Dessertwein aus Marsala. Eigentlich ist es nur eine Variante meiner Involtini al Marsala, allerdings ist die Füllung hier anders.
Eine Spezialität in Sizilien sind vor allem die Involtini di pesce spada - also Rouladen aus Schwertfisch, fein gefüllt mit Oliven, Tomaten, Kapern und den unvermeidlichen Brotbröseln -, aber da ich ja keinen Fisch esse, gibt es wieder eine Kalbfleischvariante bei mir.
Dazu habe ich, ganz untypisch, Couscous als Beilage zubereitet. Eigentlich ist Couscous in Sizilien ein eigenständiges Gericht, oft in der Gegend um Trapani mit Fisch zubereitet, und keine Beilage, wie man das auch vom Risotto her kennt, der fälschlicherweise außerhalb Italiens oft nur als Begleitung zu Fleisch oder Fisch angesehen wird. Als Ausnahme kenne ich da nur den Risotto alla milanese, der auch zu einem Ossobuco serviert werden kann. Ansonsten bleibt jedes Risotto-Gericht ein sogenannter Primo Piatto, also eine zweite Vorspeise nach dem Antipasto (oder, wenn man es wörtlich nehmen will, eben die erste Hauptspeise vor dem Secondo Piatto).
Jetzt bin ich doch schon wieder abgeschweift und dabei gleich im Norden des Landes gelandet, also dann mal rasch - mit meinem Rezept - wieder in den Süden...



Zutaten (für 2 Personen)


  • 6 sehr dünne Kalbschnitzel
  • 2 El Tomatenmark
  • 3 El Pinienkerne
  • 1 El Kapern (in Salz eingelegt, gut gewässert und abgespült)
  • 1 El Taggiasche-Oliven (in Öl eingelegte [Ein kleine Ausflug nach Ligurien, von wo diese Oliven herkommen, sei mir an dieser Stelle gestattet. Ich liebe sie einfach, aber man kann natürlich auch andere Oliven nehmen])
  • 1 El Rosinen
  • 2 Zucchini
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein paar Blättchen Mentuccia (Minzart, ersatzweise andere Minze)
  • etwas Mehl
  • 150 ml Marsala
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, die Oliven grob zerkleinern.
Die Zucchini mit dem Sparschäler in dünne Streifen schneiden. Etwas Olivenöl mit einer halbierten Knoblauchzehe in einer Pfanne erhitzen und die Zucchinistreifen portionsweise anbraten. Leicht salzen.
Die Kalbschnitzel mit dem Fleischklopfer noch etwas dünner klopfen, salzen, pfeffern und mit Tomatenmark bestreichen. Jedes Schnitzel mit Zucchinistreifen belegen und die Pinienkerne, Rosinen, Kapern, zerkleinerte Oliven und ein paar Minzblättchen darauf verteilen, aufrollen und mit Rouladennadeln fixieren. Jede Roulade in Mehl wälzen.



In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Rouladen von allen Seiten gut anbraten. Pfeffern, salzen und den Marsala angießen. Zugedeckt ungefähr 30 Minuten schmoren lassen. Eventuell noch etwas Flüssigkeit (Wasser oder Wein) nachgießen, sollte die Sauce zu sehr eindicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.







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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 3. April 2014

Zu Gast bei den "Ameisen und den Heuschrecken" in Athen: O Tzitzikas ke o Mermigas



Bei jedem erneuten Besuch von Athen hege ich stets den Wunsch, wenigstens einmal dort essen zu gehen. Das hübsche Restaurant unweit des Syntagma-Platzes in Athen, über das ich schon einmal kurz vor zwei Jahren berichtet hatte, gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingslokalen der Stadt.
Einen witzigen Namen trägt es - "Zu den Ameisen und den Heuschrecken" - und bezieht sich damit auf eine berühmte Fabel des antiken griechischen Dichters Äsop. Viele kennen sicher die Geschichte von der fleißigen Ameise, die den ganzen Sommer über Wintervorräte angelegt hatte. Die Heuschrecke dagegen war faul gewesen, hat nur im Gras gesessen und nicht vorgesorgt für die kalten Monate. Nun leidet sie Hunger und bettelt um ein wenig Futter bei der Ameise.
Immerhin gibt es bei Äsop, anders als in der Version des französischen Fabeldichters Jean de la Fontaine, ein Happy End: Die Ameise lässt sich erweichen und gibt der Heuschrecke von ihren Vorräten ab, allerdings muss sie dafür als Gegenleistung musizieren.



Müssen wir uns nun in der Position der Heuschrecken, wie auch die übrigen Gäste, sehen, wenn wir bei jedem Athenbesuch in das Lokal einfallen? Jedenfalls werden wir rasch von den eifrigen, ruppig-freundlichen Ameisen Kellnern bedient, die, kaum dass wir Platz genommen haben, schon einmal ein Schnäpschen sowie ein Schälchen mit den wunderbaren Kalamata-Oliven auf den Tisch stellen, der mit einfachen Papierservietten eingedeckt ist.




So kann man dann mit einem, durch den Schnaps warmen Gefühl im Bauch in Ruhe die Speisekarte studieren, die viele Stammgerichte aufweist, die wir von früheren Besuchen dort kennen, die aber ab und an auch durch ein paar saisonale Spezialitäten bereichert wird. So suchte ich bei meinem jüngsten Besuch schon zum zweiten Mal vergebens nach den mit Käse gefüllten und überbackenen Frühlingszwiebeln, die phänomenal gut geschmeckt hatten, aber leider in der aktuellen Karte nicht mehr auftauchten.
Nach dem genussvollen Studium der Speisekarte greift der wissende Stammgast - und als das möchte ich mich fast schon bezeichnen - erst einmal zur Schublade unter der Tischplatte: Hier findet man das Besteck und kann seine Sitznachbarn und sich selbst mit Messern, Gabeln und Servietten ausstatten. Dieser kleine Gag passt zu dem  Lokal, dessen Stil ich als zwischen modern und "shabby-chic" angesiedelt bezeichnen würde.




Unter den Vorspeisen sind natürlich die griechischen "Klassiker" vertreten, aber ich wage zu behaupten, dass sie bei den "Ameisen und den Heuschrecken" einen Tick schmackhafter zubereitet sind als in vielen anderen Tavernen und Restaurants Athens.
Allein die sämige Vinaigrette des sogenannten Tzitzikas-Salats, fein abgeschmeckt mit Senf, ist ein Gedicht. Das Gemüse frisch und knackig.




Überhaupt könnte ich nur von den Mesédes leben, aber meist beschränken wir uns auf drei, vier verschiedene Vorspeisen.
Nie fehlen darf dann bei mir das Püree aus Fáva-Beans (Φάβα), ein Platterbsen-Püree, von dem ich schon berichtet und ein Rezept dazu geliefert hatte.





Ergänzt wurden die Vorspeisen, die nach und nach serviert werden, noch durch frittierte Teigtaschen, der Teig im Hause selbst hergestellt, gefüllt mit Mizithra-Käse und Kräutern:




Dazu gesellten sich noch ein paar vegetarische Frikadellen aus verschiedenen wilden Kräutern und Feta:




Die Hauptspeisen sind solide. Mein Mann nahm Souvlaki mit drei verschiedenen Sorten Fleisch (Schwein, Rind, Huhn), das vorher mariniert worden war. Das ganze war mit einer Art Pesto beträufelt, und dazu gab Bratkartoffeln.





Unser Neffe, der uns dieses Mal begleitet hatte und mir tagsüber Gesellschaft leistete, während mein Mann bis spät abends Termine wahrnehmen musste, entschied sich für Schweinefilet in einer Weinsauce mit Kapern, das auf einem Bett aus Auberginen-Kartoffel-Püree angerichtet war.





Für mich gab es gegrilltes, in Senf und Kräutern mariniertes Hühnerfilet mit Gemüse und selbst gemachten Chips.




Leider war danach für ein Dessert kein Platz mehr im Magen übrig, obwohl ich mit der herrlichen Orangentarte liebäugelte, die mir von einem früheren Besuch in positiver Erinnerung geblieben war.
Aber die gibt es dann ganz sicher wieder beim nächsten Mal - wenn wir ausgehungert wie die Heuschrecken bei den Ameisen einfallen!




O Tzitzikas ke o Mermigas 
14 Mitropoleos Str.
+302103247607
http://www.anothertravelguide.com/eng/europe/greece/athens/destinations/restaurants/o_tzitzikas_ke_o_mermigas/



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 24. März 2014

Märchenhafte Löffelgeschichte(n): Grießflammeri



Warm, weich, tröstend - das alles kann Grießbrei sein.
Brei - Urnahrung, jene, die auf die Muttermilch folgt und die vielleicht auch eines Tages wieder die einzige Nahrung sein wird, wenn sich ein Leben dem Ende zuneigt. Lange Zeit war Brei in Europa auch das Hauptnahrungsmittel der ärmlichen Bevölkerung, die sich vor allem kein Fleisch leisten konnte.
Manchmal brauche ich das noch heute: meinen Löffel genießerisch in ein Schälchen mit warmem Grießbrei tauchen. Es gibt Tage, gerade im Winter, da verlangt es mich einfach danach, dann gehe ich in die Küche, stelle Milch auf den Herd und hole den Grieß aus dem Küchenschrank. Auf Neudeutsch heißt so ein "Snack" heute Comfort Food!
Wie herrlich die Zeiten, wo ein Teller mit Grießbrei genügte, um alle Sorgen zu vertreiben!



Grießbrei war in meiner Kindheit oft Zwischenmahlzeit. Im Gegensatz zu mir war meine Mutter allem Süßen sehr zugetan, und ab und an bereitete sie für uns am Nachmittag Grießbrei zu: mit Ei, das Eiweiß schnell mit der Gabel in einem Suppenteller zu Schnee geschlagen und dann unter den Brei gehoben, in den sie schon das Eigelb eingerührt hatte. Alles war rasch zubereitet - vielleicht nicht einmal besonders sorgfältig, ich liebte die noch verbliebenen kleinen Grießklümpchen - und vor allem mit einem großen Klacks Butter auf meiner Portion angereichert, der dann langsam einen kleinen See auf dem heißen, süßen Brei bildete. Ich war ein blasses Kind, kein "guter Esser", und besonders meine Oma war immer sehr besorgt, weil ich ihrer Ansicht nach auch viel zu dünn war!



Sicher habe ich als Kleinkind oft meinen Brei mit diesem seltsam gebogenen Löffel gegessen. Ich hatte bei Tisch ein silbernes Kinderbesteck mit Märchenmotiven, das später dann durch ein weiteres Besteck ergänzt wurde, bei dem es schon ein winziges Messerchen gab.




Bei meinem abgebildeten Besteck wurde das Messer dagegen noch durch ein sogenanntes "Schieberchen" ersetzt.





Heute aber geht es um den Löffel!

Es gibt einen aktuellen Blogevent, der mich gleich begeistert hat. Petra von "Obers trifft Sahne" fragt zusammen mit Zorra vom "Kochtopf"nach unseren Löffelgeschichten, nach Lieblingslöffeln und Lieblingslöffelessen.

Brei und Löffel - das gehört zusammen. Der Löffel ist ältestes, ursprünglichstes Bestandteil eines Bestecks. Und Brei ist wiederum im Märchen ein immer wiederkehrendes Motiv, womit sich hier der Kreis um meine persönliche kleine Löffelgeschichte schließt.




Zwar verwende ich meinen Kinderlöffel längst nicht mehr, aber ab und an hole ich ihn hervor und versuche mir vorzustellen, wie ich ihn in meinen kleinen Patschehändchen hielt, von Märchen träumte und meinen Brei löffelte. Und so bleibt er wohl auch für immer mein Lieblingslöffel!
Auch der Grießbrei ist erwachsen geworden. In meiner heutigen, sogar desserttauglichen Version (im Italienischen spricht man bei dieser Art von Desserts auch von einem Dolce al cucchiaio - einem Löffeldessert) macht er sicher so manchen Gast glücklich und zufrieden wie ein kleines Kind.





Grießflammeri mit Mandelkrokant

Zutaten (für 4 Personen)


  • 25 g gehackte Mandeln
  • 350 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Zucker
  • 70 g Weichweizengrieß
  • ein paar Safranfäden
  • 2 Eigelb
  • 250 g süße Sahne


Die gehackten Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten, dann die Mandeln abkühlen lassen.
Milch mit einer Prise Salz und einem El Zucker zum Kochen bringen und dann unter Rühren den Grieß einstreuen, die Safranfäden hinzugeben und  ungefähr zwei Minuten ebenfalls unter ständigem Rühren köcheln lassen.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker hellschaumig aufschlagen und portionsweise unter den Grießbrei rühren. Die gerösteten gehackten Mandeln unterrühren.
Die Sahne steif schlagen, und wenn der Grießbrei fester zu werden beginnt, die Sahne unterheben.
Den Brei in eine Schüssel füllen oder auf Dessertschälchen verteilen und mindestens zwei Stunden kaltstellen.



  • 3 El Mandelblättchen
  • 2 El Zucker
  • neutrales Pflanzenöl
  • Amaretto-Likör


In einer beschichteten Pfanne Mandelblättchen und Zucker karamellisieren und sofort dünn auf einer mit Öl bestrichenen Alufolie verstreichen. Abkühlen lassen und dann in Stücke brechen.
Den Grießflammeri mit dem Mandelkrokant belegen und mit etwas Amaretto-Likör beträufeln.



Rezeptquellen: Frei nach Rezepten aus Brigitte Viva, Heft 20/2003 und Brigitte Extra, Heft 19/1996



Blog-Event XCVII - Lieblingslöffelessen (Einsendeschluss 15. April 2014)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 17. März 2014

Frühlingserblühen: Quiche ai fiori di zucca ripieni



Bei den gemischten Antipasti, die in den römischen Restaurants angeboten werden, schiele ich stets sehnsüchtig nach den frittierten Zucchiniblüten, stelle dem Kellner immer wieder die gleiche Frage und kapituliere schließlich wegen der Füllung dieser zarten Blüten. Neben Ricotta oder Mozzarellastückchen versteckt sich nämlich in der Regel auch eine Sardelle unter den Blütenblättern, und ich mag ja nichts Fischiges. Da hilft nur Selbermachen, und schon seit langem schwebt mir vor, die Sardellen durch getrocknete Tomaten zu ersetzen.
Auf dem Weg zum Markt habe ich dann "mein" Rezept weiterentwickelt. Nicht nur ein Antipasto aus den Zucchiniblüten, die bei der klassischen Zubereitung durch einen zarten Ausbackteig gezogen und anschließend frittiert werden, schwebte mir vor, sondern ein "Piatto unico", also ein vollwertiges Gericht.
Ich verliebte mich dann in den Gedanken, die gefüllten Zucchiniblüten in eine Quiche einzubauen. Hier ist das Ergebnis:



Zutaten 

Boden (28 cm Durchmesser)

  • 200 g Mehl
  • 100 g eiskalte Butter + Butter für die Form
  • 1 Prise Salz
  • 7 El kaltes Wasser

Aus den Zutaten den Boden nach meinem Grundrezept vorbereiten.




Füllung

  • 16 Zucchiniblüten
  • 200 g Ricotta di pecora (Schafskäsericotta, ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch)
  • 50 g frisch geriebenen Parmigiano Reggiano
  • 50 g getrocknete, weiche Tomaten (ich nehme halbgetrocknete Tomaten, ersatzweise getr. Tomaten in Öl eingelegt, dann diese gut abtropfen lassen).
  • frisch gemahlener Pfeffer

Die Blütenblätter behutsam auseinanderfalten und die Fruchtstempel aus den Zucchiniblüten herauslösen.




Blüten vorsichtig abbrausen und in einem Sieb abtropfen lassen.
Die Ricotta mit dem Parmigiano und den in feine Würfelchen geschnittenen, getrockneten Tomaten vermengen und mit Pfeffer abschmecken.
Die Blütenblätter erneut entfalten und jeweils einen Teelöffel Ricottafüllung in den Blüten verteilen. Die Blütenblätter verschließen, in dem man die Enden der Blätter ein wenig miteinander verdreht.



Die gefüllten Zucchiniblüten auf dem Boden der Quiche verteilen.



Guss

  • 3 Eier
  • 200 ml Sahne
  • 60 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • etwas getrockneter Thymian
  • ein Prise Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den Backofen auf 190 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Eier mit der Sahne, der zerdrückten Knoblauchzehe und dem Parmigiano verrühren und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Thymian abschmecken.
Den Guss über die  Zucchiniblüten gießen und die Quiche ca. 40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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